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Heute: Johanna, Gründerin von Thinktext

1. Februar 2021, Puzzlestücke

Johanna, Gründerin von Thinktext

„Sprache hat viele Facetten“

Die fröhliche Rheinländerin Johanna Adolphs-Kenning ist eine tolle Texterkollegin, die heute im Puzzlestück-Interview aus dem Sprachkästchen plaudert: Was sie über das angeblich verstaubte Germanistikstudium, Storytelling und Dialekte im Marketing zu sagen hat, das lest ihr in einem witzig-spritzigen Gespräch: Hee wöhd Üch jeholpe!

textur: Johanna, als studierte Germanistin hast du schon früh einen Hang zur Sprache gehabt. Was fasziniert dich an der deutschen Sprache und welche ist deine Lieblingssprache?

Johanna: Sprache hat mich schon immer fasziniert. Es gibt so viele Formen und Arten von Sprache. Und alle brauchen wir sie zur Verständigung. Und dann läuft das auch noch schief. Warum? Sprache lebt und entwickelt sich. Unsere Sprache hat so viele Facetten, dass wir uns manchmal nicht verstehen, obwohl wir die gleiche Sprache sprechen. Spannend!

Eine kleine Geschichte hierzu:

Auf einer Bank sitzt ein Mann und neben der Bank liegt ein Hund. Eine Frau setzt sich zu dem Mann auf die Bank und fragt: „Beißt ihr Hund?“ Der Mann antwortet: „Nein. Mein Hund beißt nicht.“ Die Frau macht eine hektische Bewegung, der Hund springt auf und beißt sie. Sie schreit los: „Sie haben gesagt, ihr Hund beißt nicht!“ „Das ist nicht mein Hund“, antwortet der Mann.

Die deutsche Sprache lebe ich täglich, deshalb lerne ich zügig neue Begriffe. Das liebe ich so. Mein Sohn bringt aus der Schule Worte mit, die ich nicht kenne und er mir erklären muss. Jugendsprache. Sprache erzählt und dokumentiert also auch Geschichte. Viele Gallizismen – Wörtern mit französischer Herkunft, die durch die napoleonische Besetzung das Düsseldorfer Platt beeinflusst haben, haben wir heute durch Anglizismen ersetzt oder erneuert. Leider habe ich das bei anderen Sprachen nie gelernt. Da ich sie nicht täglich benutze. Dabei mag ich ganz besonders den Klang von spanischen Musiktexten. Ich singe aber nur mit, wenn mich keiner hört…

textur: Das Germanistikstudium hat ja eher einen „trockenen“ Ruf und passt auf den ersten Blick wenig zu gut recherchierten Geschichten und Storytelling. Kannst du mit diesem Gerücht aufräumen und warum hat dich dein Studium genau da hingebracht, wo du heute stehst?

Johanna: Spannung liegt immer im Auge des Betrachters. Ich bin süchtig nach Geschichten zum Abtauchen. Ein Held und ein Feind, pure Emotionen. Wo findet man mehr davon als in einem Germanistikstudium? Ich saß meist in Literaturkursen. Noch eine Geschichte und noch eine. Im Studium habe ich oft mehr als tausend Seiten in der Woche verschlungen. Gut, dass ich in einer Buchhandlung gearbeitet habe.

Später hat mir mal jemand gesagt: Menschen, die viel lesen, weisen einen großen Wortschatz und viel Fantasie auf. Ich weiß nicht, ob das so ist. Aber Worte haben viel Macht. In meinem Job nutze ich diese Macht, um zu beflügeln. Wenn meine Kunden in ihrem Webseitentext ein Held für die eigenen Kunden sind, dann habe ich mein Ziel erreicht. Also mein Germanistikstudium und mein Job sind die logische Fortführung von allem was ich liebe.

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textur: Mit deiner Liebe zur Sprache hast du auch eine Liebe zu Dialekten entwickelt. Welchen Dialekt magst du am liebsten und warum ausgerechnet dieser?

Johanna: Düsseldorfer Platt. Ich bin Düsseldorferin und in einer Düsseldorfer-Familie aufgewachsen. Düsseldorfer Platt hört sich nach zu Hause und Wurzeln an. Und der Rheinländer an sich ist eine Frohnatur, passt für mich wunderbar. Außerdem kann ich gut über die Sprachgewohnheiten der Rheinländer schmunzeln: „Ich bin mir gerade die Haare am Föhnen.“ Bastian Sick nennt es so liebevoll „die rheinische Verlaufsform“. Großartig. Schließlich kann man seinen Sprachgebrauch, seine Umgangssprache, nicht so schnell ablegen. Meist blinzelt sie doch durch.

Und sie trägt sich in die Generationen weiter: Mein Sohn hat mal im Kindergarten zu einem Freund nach dem Mittagessen für alle hörbar gemeint (in meiner Familie sprechen alle voll tönend): „Wisch ma die Schnüss ab!“ Das führte zu schallendem Gelächter seitens der Erzieherinnen. Die Geschichte haben sie beim Abschied noch erzählt. Mein Dialekt, meine Heimat, damit fühle ich mich verbunden.

 

Steckbrief Johanna Adolphs-Kenning

textur: Dialekte finden sich überall in unserer Sprache wieder. Welche Rolle sollten Dialekte im Marketing spielen und machen sie ein Unternehmen eher sympathisch und authentisch oder unnahbar und unglaubwürdig?

Johanna: Dialekte im Marketing sind Verkaufsschlager. Viele große Marken werben mit Dialekt. Vor allem Biermarken punkten bei ihren Kunden damit. Im Rheinland – Frühkölsch „Jedem Jeck sing Büchs“. Total authentisch und sympathisch. Biersorten sind regional unterschiedlich in ihrer Brauart. Wenn ich in Bayern bin, möchte ich regional typisches Essen und ein passendes Bier dazu. Ich esse kein Weißwürschtel und trinke ein Altbier. Dialekt für die Werbung von Bier ist genial. Aber Obacht Dialekt muss richtig geschrieben und ausgesprochen werden, sonst verliere ich meine Authentizität als Marke.

Also Dialekt in der Werbung muss zur Marke, besser noch zur Markensprache passen. Und es ist auch ein bissel zeitabhängig, denn Werbung und Marketing leben von Trends. Die sind auch schon mal schnelllebig. Ein Trend ist, dass umso weltoffener eine Periode gestaltet ist, umso mehr beziehen sich Menschen danach noch mal auf ihre Wurzeln.

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textur: Welche drei Dialektworte sollte jeder kennen und können – denn das Aussprechen mancher Worte will wohl gelernt sein, gell?

Johanna: Brötchen, Weck und Semmel. Grundnahrungsmittel für auf die Hand, muss man dringend in allen Dialekten beherrschen. In den Bäckereien Deutschlands herrscht da ein einvernehmliches Nicht-verstehen-wollen, wenn man da den regional falschen Ausdruck an den Tag legt.

Aber als Rheinländerin bin ich natürlich der Meinung, die wichtigsten Worte (und da, kann ich mich nicht auf drei beschränken) sind: Et hätt noch emmer joot jejange.

textur: Dank üch für das erfrischende Interview und deine ganz persönlichen Einblicke in die deutsche Sprache, Düsseldorfer Platt und Dialekte. Wat hadde mr ne Spaß!

FAZIT: Sprache und ihre Klänge

Sprache ist vielseitig und facettenreich. Sprache ist unser Kommunikationsmittel Nummer eins. Sprache weckt als Geschichten die Emotionen von uns Menschen und wir brauchen sie alle, um uns gegenseitig zu verständigen. Ob wir uns dann auch noch (richtig) verstehen, das hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Mein Appell an euch: Seid aufmerksam, hört genau hin und sprecht klar und deutlich – nicht jede:r kann zwischen den Zeilen lesen.

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